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Jivamukti Focus of the Month

Es ist nicht so einfach, grün zu sein

Hari bol Hari bol, Hari Hari bol, mukunda madhava Govinda bol Hari bol Hari bol, Hari Hari bol, Kheshava madhava Govinda bol

Yeah! Dem, der uns befreit indem er alles Leid beseitigt, dem schönen Kind der göttlichen Vorfahren, dem mit dem langen fließenden Haar, der seine Verehrer mit Freude begeistert, yeah!

Hari bol bedeutet „singe den Namen des Herrn“. Bol bedeutet singen oder sprechen. Hari bedeutet „Der, welcher die Not seiner Verehrer von ihnen nimmt und schließlich ihr Herz/ ihren Geist durch seine außergewöhnlichen transzendendentalen Qualitäten zu sich nimmt.“ Hari ist ein Name für Vishnu-Krishna, Narayana; er findet sich in Vishnu Sahasranama.
Im Vishnuismus findet Hari eine Identität als der Erlöser von Problemen, Blockaden, Schmerz und Zwängen. Monier-Williams Sanskrit / Englisch Wörterbuch definiert हरिhari auf mehr als zwei Seiten, beginnend mit Begriffen wie gelb oder golden, grün, rehbraun, rotbraun, gelbbraun, blassgrün und grünlich. Krishna ist blau / schwarz, während Hari grün oder rot oder gelb oder golden sein kann und es Hari schwer zu fallen scheint, nur eine Farbe zu sein. Das Braun von Hari ist wie das Braun des Wildes, Haris Grün steht für Wachstum und Fülle, während Haris Gold das glänzende Licht der Sonne und des kosmischen Selbst repräsentiert.
Es ist nicht einfach, grün zu sein
Jeden Tag in der Farbe der Blätter zu verbringen
Wenn ich denke, es wäre schöner, rot oder gelb oder golden zu sein
Oder etwas viel farbenfroheres als das
Es ist nicht einfach, grün zu sein.
Man scheint mit so vielen anderen gewöhnlichen Dingen zu verschmelzen
Und Menschen tendieren dazu, dich zu übersehen, weil du
Nicht wie funkelndes Glitzern im Wasser auffällst
Oder wie Sterne im Himmel
Aber grün ist die Farbe des Frühlings
Und grün kann kühl und freundlich sein
Und grün kann groß sein wie ein Ozean oder wichtig
Wie ein Berg, oder hoch wie ein Baum
Wenn grün alles ist was es zu geben scheint
Könntest du dich fragen, warum? ; aber warum nach dem warum fragen,
Warum nach dem warum fragen, ich bin grün und das genügt, es ist schön
Und ich glaube, es ist was ich sein will 1
In diesem Lied geht es um Identität und den wichtigen Weg auf der Suche nach Selbstwert. Wir könnten es auch mich Ungleichheiten aufgrund von Hautfarbe in Verbindung bringen. Am Ende des Liedes nimmt Kermit der Frosch seine Grünheit an. Das ist ein Kampf, den jeder von uns austrägt – um die Umstände unserer Geburt, die Familie, derer wir ein Teil sind, die Kultur, die wir unsere nennen und die Zeit unseres Lebens zu verstehen.
Hari kann grüner Frosch bedeuten, genauso wie viele andere Spezies und Dinge; Sonne, Mond, Affe, Pferd, Löwe, Schakal, Papagei, Pfau, Gans, Schlange, Wind und Feuer.2
Haris Wunsch ist es, alles für alle zu sein und seine Identität sollte als unendlich definiert werden. Wir entdecken Hari in allen Lebewesen und Dingen und nicht nur in Götterbildern oder Statuen im Tempel.
aham uccāvacair drvyāih kriyayotpannayānaghe naiva tusye ‘rcito ‘rcāyām bhūta-grāmāvamānina. 3 “Liebe Mutter, auch wenn sie Mich mit angemessenen Ritualen und Dingen ehren, eine Person, die sich Meiner Präsenz in allem Lebenden nicht bewusst ist, erfreut Mich nie durch die Verehrung meiner Gottheiten im Tempel.“ Obwohl dieser Vers aus dem Bhagavatam ziemlich egalitär scheint in seiner Beschreibung von Haris Präsenz in allen Wesen folgen ihm zahlreiche Verse, die für ein ‚alle sind gleich, aber manche sind gleicher‘ sprechen, basierend auf lächerlichen Vergleichen der Anzahl von Beinen und Sinnen zwischen Spezies.
Menschen haben diese Tradition erweitert und gleichermaßen absurde Hierarchien begründet auf Spezies, Religion, Herkunft, Geschlecht und Hautfarbe erschaffen.
Wir finden zweit-, dritt- und viertklassige Mitglieder in allen Kulturen. Diese leiden unter ökonomischen, Bildungs- und anderen Nachteilen aufgrund willkürlich geschaffener Trennungen. In Indien hat die Dunkelheit der Hautfarbe eine direkte Verbindung zur Kaste. In den Staaten machen Afro- und Hispanoamerikaner ungefähr 32% der Gesamtbevölkerung aus und gleichzeitig überproportionale 56% der Menschen in Gefängnissen.4
Jedes Land hat seine eigenen Unterschichten und weltweit werden Frauen und Kinder besonders benachteiligt. Wir könnten viele weitere Beispiele nennen: Albinos, Inder und Pakistanis im subsaharischen Afrika; Muslime in China; Katholiken, Afroamerikaner und Indianer in den USA; Kurden in der Türkei und im Irak; Juden in muslimischen Ländern; Palästinenser in Israel (und anderswo); Frauen und Mädchen in muslimischen Ländern; Behinderte/Verkrüppelte/Kranke Menschen überall; Aber am untersten Ende all dieser willkürlichen Diskrimination leben Insekten, Tiere und Fische.
Die Tiere, die getrennt wurden um Nahrung für Menschen zu liefern, erleiden die schlimmsten Demütigungen und Elend. Ihr Leid wird ignoriert oder als ein notwendiges Übel angesehen. Hunde und Katzen werden als Familienmitglieder geliebt und schnell wieder abgegeben, wenn die Familie umzieht. Menschen, die angeln behaupten, Fische haben kein Gefühl um ihren Mund herum und spüren keinen Schmerz. Natürlich ist das Unwissenheit, aber es ist auch die gleiche Art heimtückischer, absichtlicher Leugnung, welche bestimmten Personengruppen die grundsätzliche Unfähigkeit zu Lesen und zu Schreiben oder Mitgefühl zu empfinden unterstellt.
Wenn ich auf ein Insekt trete habe ich nicht das Gefühl, einen Menschen umzubringen. Aber warum? Diese Gefühle verwirren mich. Manche Entscheidungen sind klar – schwarz und weiß. Aber die meisten unserer ethischen Entscheidungen sind bunt. Veganer nehmen Pflanzen das Leben um sich zu ernähren, aber schaffen weniger Leid als Fleischesser. Mit „weniger Leid“ ziehe ich eine Linie zwischen diesen Pflanzen und Wesen mit einem Nervensystem und deren Fähigkeit, Schmerz zu empfinden. Aber ist das eine willkürliche Linie? Andere ziehen ihre Linie an anderen Stellen als ich, entsprechend verschiedener Kriterien. Liegen sie deswegen falsch, sind unwissend oder unbewusst? Oder sind uns diese Unterteilungen über Jahrtausende eingewachsen durch Menschen, die auf jede mögliche Art an der Spitze sein wollen? Um zu richtigen Entscheidungen und angemessenen Handlungen zu gelangen müssen wir uns fragen, was unser gewünschtes Ergebnis ist.
Wenn dieses gewünschte Ergebnis ist, eine Welt zu schaffen, in der die Grünen genauso frei leben können wie die Gelben und die Roten, müssen wir vorsichtig sein – Schritt für Schritt die Verwirrung und die Unwissenheit auflösen, die Vielem des Lebens zu Grunde liegt, welches wir mit unzähligen Wesen auf dieser Welt teilen, die alle heilige Tempel eines unendlichen Hari sind. Schließlich können wir dann erkennen, dass „Andersheit“ selbst Avidya – falsches Wissen ist. Wir werden uns der Wege bewusst, mit denen wir unsere wichtigen ethischen Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen, klarer sehen können. Und sicher, dass wir nicht unbewusst handeln aufgrund von Neigungen, die unsichtbar und willkürlich durch uns gegenseitig und durch unsere Kultur in unser Nervensystem eingebrannt wurden. Wenn wir die wichtigen Entscheidungen treffen, die jeder von uns treffen muss, müssen wir für die Gnade beten, die richtige Entscheidung zu treffen, die bewusste Entscheidung: freundlich und mitfühlend zu sein.
 
Original: David Life  (co-founder of Jivamukti Yoga)
Übersetzung: Sabrina Hense ( Peace Yoga Berlin – Jivamukti Yoga School)
 

Teaching Tips

1 Muppet, Kermit the Frog song written by Joe Raposo
2 Monier-Williams Sanskrit/English Dictionary
3 Śrimad-Bhāgavatam Canto 3, Ch.29 Verse 24
4 NAACP Criminal Justice Fact Sheet, 2015