FOKUS DES MONATS FEBRUAR 2014: INTENTION

by Sharon Gannon |
February, 2014

 tyaktvakarma-phala-asangam /nitya-tripto nirashrayah

karmany abhipravritto ‘pi/ na-evakimchit karoti sah

Derjenige, der sich von den Ergebnissen seiner Handlungen lösen kann, ist zufrieden und frei von Abhängigkeit, in dem Wissen, dass nicht er es ist, der handelt, wenn er eine Handlung ausführt. Bhagavad Gita IV.20

Eine Absicht, die eine Handlung begleitet, ist eine Intention. Etwas absichtlich zu machen bedeutet, etwas für einen bestimmten Zweck zu tun. Etwas für einen bestimmten Zweck zu tun heisst, dass Du bewusst handelst. Achtsam zu sein bedeutet, bewusst zu handeln, etwas absichtlich zu tun – ein bestimmtes Ziel anzuvisieren. Es heißt, dass diejenigen, die an Zufälle glauben, nicht aufmerksam sind. Es ist sehr wichtig Yoga mit einer höheren Intention zu praktizieren, weil die zugrundeliegende Intention jedes Ergebnis unserer Handlungen bestimmt. Asanas mit einer höheren Absicht zu üben kann den Unterschied ausmachen zwischen reiner gymnastischer Kraft und Flexibilitätsteigerung oder Erleuchtung.

Vor kurzem habe ich einen Artikel im Internet gelesen über die zunehmende Beliebtheit von Yoga in Amerika. Demnach üben hier 22 Millionen Menschen Yoga! Die sechs Hauptgründe laut jener Statistik waren: der Wunsch flexibler  zu werden, Gewicht zu verlieren, Muskeln aufzubauen, Rückenschmerzen zu verringern, jünger auszusehen und Stress zu reduzieren.  In den Millionen gesammelten Statistiken scheint eine spirituelle Absicht nicht aufzutauchen. Kein Mensch gab als Grund für die Yogapraxis an, das Ziel zu haben Erleuchtung zu erlangen, sich Gott anzunähern, oder besser zum Glück und zur Freiheit aller Lebewesen beitragen zu können. 

Sicherlich, Yoga selbst interessiert sich nicht dafür, aus welchem Grund Du praktizierst. Wenn Du lange genug praktizierst, wird Yoga Dir jedes Ergebnis liefern, das Du beabsichtigst. Was Du während der Ausführung Deiner Handlungen denkst, wird den Ausgang Deiner Handlungen bestimmen. Du wirst das, worüber Du nachdenkst. Wenn Du willst, dass Yoga (die Praxis) Dich zum Yoga (mit dem Ziel Erleuchtung) bringt, dann muss die zugrundeliegende Absicht Deiner Praxis Yoga sein. Du wirst das Ziel Yoga nicht zufällig erlangen – Du musst mit Deinem ganzen Wesen danach verlangen.

Yoga bedeutet Erleuchtung oder sich mit dem höheren Selbst zu verbinden. So wie jeder seinen eigenen Weg finden muss, seine Beziehung zum Göttlichen zu entwickeln, genauso muss jeder auf seine eigene Art und Weise seine höhere Intention ausdrücken. Die eigene Praxis Gott zu widmen ist eine Möglichkeit eine höhere Absicht zu entwickeln. Für viele ist das zu viel verlangt. Die eigene Praxis Deinem Lehrer zu widmen wäre eine weitere Möglichkeit. Indem Du Dir wünschst, dass Dein Lehrer Erleuchtung erlangt, widmest Du die Früchte Deiner Praxis diesem Ziel. Das wird Dir eine Auszeit davon geben, über Dich selbst nachzudenken. Deine Praxis einer Person zu widmen, die Du kennst, ist ein weiterer Weg, eine höhere Absicht zu entwickeln, weil das auf Andere-Bezogensein uns aus der egoistischen Ich-Bezogenheit herausholt und Mitgefühl weckt, welches uns zu Erleuchtung führt. Im Zustand der Erleuchtung erkennen wir das Einssein der Dinge –  jedes Anderssein verschwindet. Wenn Du es schaffst, eine Absicht für Deine Praxis zu finden, die über die Beschäftigung mit Deinem kleinem Selbst hinausgeht, dann bist Du auf dem Weg zu Yoga. In der Tradition des Jivamukti Yoga setzen wir die Intention für die Klasse indem wir Lokah Samastha Sukhino Bhavantu singen und die Übersetzung hinzufügen „Mögen alle Lebewesen überall glücklich und frei sein. Mögen meine Gedanken, Worte und Taten zum Glück und zur Freiheit aller beitragen.“ In der Bhagavad Gita heisst es, wer Yoga anstrebe, müsse auf die Früchte seiner Handlungen verzichten. Das bedeutet nicht, dass man alle seine Ziele aufgibt, wie zum Beispiel Erleuchtung. Der kluge Übende glaubt an Gott und weiß, dass es seine Hauptaufgabe ist, mit der höchstmöglichen Wahrhaftigkeit und einer möglichst selbstlosen Absicht zu handeln. Gleichermaßen ist er nicht mit den Ergebnissen seiner Handlungen beschäftigt, sondern überlässt diese Gott.

– Sharon Gannon

Deutsche Übersetzung © Jivamukti Berlin GmbH

Original hier: http://jivamuktiyoga.com/teachings/focus-of-the-month/p/intention

Translation by – Jivamukti Berlin GmbH Team