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Jivamukti Focus of the Month

FOKUS DES MONATS JULI 2015: Warum wir Krieg mögen

Oh Sohn der Kunti, entweder wirst du auf dem Schlachtfeld getötet und erreichst die himmlischen Planeten, oder du wirst siegen und dich des weltlichen Königreichs erfreuen. Deshalb steh auf und kämpfe mit Entschlossenheit.

‑Krishna, BG II.37

„Die Schlacht ist der erstklassigste Wettkampf, in den ein menschliches Wesen verwickelt sein kann. Sie bringt alles Beste zum Vorschein; sie vernichtet alles von Grund auf. Alle Männer sind ängstlich im Kampf. Der Feigling ist der, der seine Furcht über sein Pfichtbewusstsein stellt. Pflicht ist die Essenz der Menschheit.“ – George S Patton

Was wir meinen, wenn wir „Krieg“ sagen, kann unterschiedlich für verschiedene Leute sein. Aber nur die Erwähnung des Wortes bringt unser gemeinschaftliches Blut zum Kochen. Krieg gegen Verbrechen, Kulturkriege, Krieg gegen Armut, Krieg gegen Krebs, Krieg gegen Drogen, Krieg gegen Terror – jeder weiß, dass du nur das Krieg-Wort benutzen musst, wenn du möchtest, dass sich Leute über etwas aufregen.

Regierungen beginnen die meisten Kriege, aber Bevölkerungen springen sehr schnell auf diesen Wagen auf – warum? Vom Standpunkt des Staates aus werden die meisten Kriege zum Schutz von oder zur Erweiterung von territorialen Grenzen und Ressourcen geführt. Vom Standpunkt der allgemeinen Bevölkerung bedeutet dies viel Leid und nicht viel Gewinn. Es gibt eine offensichtliche Kehrseite des Krieges im Tod so vieler, meistens junger Menschen. Warum sind viele Menschen damit einverstanden, eine hohe Anzahl ihrer Kinder für etwas zu vernichten, das sie so wenig interessiert? Es muss etwas geben, was Menschen wirklich am Krieg mögen.

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass Menschen deshalb nicht im Frieden leben können, weil sie Krieg mögen. Konflikt scheint den Menschen das begeisternde Gefühl zu geben, lebendig zu sein. Die Flaggen zu schwenken, Uniformen anzuziehen, und die Waffen zu laden haben weltweit Anziehungskraft. Unsere allgemein eintönige Existenz hat eine neue Bedeutung, sobald wir Partei ergreifen und zu schießen beginnen. Menschen scharen sich um die Flagge und werden Teil von etwas Größerem. Ihr gewöhnlich langweiliges Leben wird jetzt gefüllt sein mit Pflicht, Drama, Melodramatik, Tod, Opfer und Helden (dies eine ist wichtig, denn durch Krieg kann der gewöhnliche Mensch heldenhafte Taten vollbringen und als Held anerkannt werden). Kriegslisten, Jahrzehnt für Jahrzehnt, tote Helden um tote Helden, machen unsere Wahrnehmung und Einteilung der Geschichte aus. In den Teilen der Welt, in denen den Menschen ihr Wahlrecht entzogen wurde, gibt ihnen Krieg eine Stimme und die Ermächtigung, ihre sozialen, politischen und religiösen Standpunkte auszudrücken.

Es wird geschätzt, dass Menschen 362 Tage im Jahr „große“ Krieg führen (die UN hat festgelegt, dass man von „großem“ Krieg bei 1000+ Fällen/Jahr spricht). Diese „großen“ Kriege sorgen für die Würze in den 365 Tagen im Jahr, an denen wir den inneren psychischen Krieg, mittlere bis kleine Kriege mit anderen, mit denen wir eng zusammen leben, und durchgängig Krieg mit der Erde und ihren Ressourcen und allen nichtmenschlichen Wesen führen.

Der erste Schritt, andere Lebewesen zu verletzen ist, sie als von Dir getrennt zu betrachten. Wenn es „andere“ gibt, dann können diese verletzt werden, ohne dass die Hauptfigur verletzt wird. Wenn Länder im Krieg miteinander sind, wenden sie Zeit und Energie auf, um in der Bevölkerung über die „unmenschliche“ Natur des Feindes zu propagieren, als Rechtfertigung ihres Niedergangs.

Tieren, die für Lebensmittel oder für Sport aufgezogen oder gejagt werden, wird das Recht aberkannt zu leben oder sogar während ihres Lebens anständig behandelt zu werden. Heute werden 3,7 Milliarden Tiere jährlich im Gulag-Stil für„Lebensmittel“ geschlachtet. Diese Zahl beinhaltet nicht Meereslebewesen, Versuchstiere, die Jagd, Pelzindustrie und viele andere Formen dieser heimtückischen Kriegsführung.  

Der Krieg gegen Mutter Natur marschiert kontinuierlich weiter, während Ressourcen und Spezies ohne Rücksicht auf Konsequenzen ausgebeutet werden. Menschen, die gesegnet sind, an Plätzen ohne – wie es die U.N. nennt – „großen“ Krieg zu leben, gehen jedes Jahr in den Wald, um großen Krieg gegen Tiere (100Millionen+/Jahr werden gejagt), die Natur und für jeden anderen Zweck der Unterhaltung zu führen, stur und mit krankhafter Selbstüberschätzung. In der ländlichen Gegend sind Geräusche von Schüssen, Planierraupen und Kettensägen tägliche Ermahnung an den Kriegszustand, in dem wir uns befinden. Diese Atmosphäre von Kriegsgedanken ist Nährboden für Schießereien an Schulen, Selbstmord, Sprengstoffattentate und allgemeines Chaos.

Eine gemeinsame Basis ist der Schlüssel, diese kriegerische Natur zu ändern. Wenn wir Einheit, denselben Gerechtigkeitssinn und Bedürfnisse erfahren – in anderen, dann sind diese weniger „andere“ und mehr „wie“ wir. In der Yoga Asana Praxis bewegen wir uns durch viele Formen…Baum, Berg, Weiser, Hund, Schlange, aber unsere Identifikation ist im Atem verwurzelt, der in jeder neuen Form oder Figur gleichermaßen präsent ist. Am Ende der Praxis ist das Gefühl der Verflechtung das unmittelbare Ergebnis der Erfahrung von Einheit. Regelmäßige Praxis erlaubt jedem von uns für ein paar Minuten am Tag ein „Held“ zu werden und die außergewöhnliche Erfahrung von Glückseligkeit zu haben. Make yoga, not war!

Juli2015 – David Life

Copyright Deutsche Übersetzung: Jivamukti Berlin GmbH

Der englische Originaltext findet sich unter http://jivamuktiyoga.com/teachings/focus-of-the-month/p/why-we-war

Translation by – Jivamukti Berlin GmbH Team