Jivamukti Fokus des Monats Juni 2013: Das ist Es

by Sharon Gannon |
June, 2013

Das ist Es

“Tat Twam Asi

Du bist Das”

-Chhandogya Upanishad des Sama Veda

Es wird alles gut werden

Es wird alles gut werden

Liebling, es wird gut werden

Doch wer ist es? – zu dem Du sprichst?

Das ist es – es ist das!

Und du kannst es nicht besser benennen als es,

Nicht besser als das, da es das ist – Tat Twam Asi

Du bist das und das ist das

Du bist es – das ist es, ich bin das, du bist das

Es ist das, und das ist das

Es wir alles gut werden

Es wird alles gut werden

Liebling, es wird alles gut werden

Es ist einfach das – es ist immer gut

Wenn wir jemanden beruhigen wollen, sagen wir oft, “es wird alles gut werden”. Wir benutzen nicht jemandes Namen, z.B. “John wird es gut gehen” oder “Mary wird es gutgehen”; stattdessen sagen wir “Es” wird gut werden. Warum tun wir das? Warum formulieren wir es so?

Ich denke, weil “es” die Wahrheit ist. “Es” ist “das”, was immer in Ordnung ist – ganz und gar – egal wie traurig, verletzt, ängstlich, einsam oder verwirrt jemand ist. Du magst auf der einen Seite traurig, verletzt, ängstlich, einsam oder verwirrt sein, aber nur, weil du in diesem Moment vergessen hast, wer du wirklich bist. Du hast vergessen, dass du es bist – das, was ewiges Dasein bedeutet, Wissen und Glückseligkeit (satchidananda).

Wenn wir auf das Leid eines anderen stoßen, ist dieses Leid ein kurzzeitiges Vergessen des wahren Selbst. Das wahre Selbst ist unendlich; es ist grenzenlose, unermessliche Freude; es wurde nie geboren und wird nie sterben, und daher ist “Es wird alles gut” die beruhigendste und treffendste Aussage, die wir machen können. Wir alle leiden, weil wir in dem Augenblick, in dem wir leiden, vergessen haben, wer wir wirklich sind – wir identifizieren uns mit unserem Körper oder unserem Geist – das wird auf Sanskrit avidya genannt und bedeutet die Unkenntnis unserer wahren Identität. Avidya kann auch als Fehldeutung bezeichnet werden – wir denken jemand zu sein, der wir nicht sind. Wir alle machen dies. In der Tat verbringen die meisten Menschen ihr ganzes Leben, sogar mehrere Lebzeiten mit der falschen Vorstellung, sie seien jemand, der sie nicht sind. Wir identifizieren uns mit unserer Persönlichkeit, unserem  Körper und unserem Geist. Wir denken wir wurden geboren, wir denken, dass wir sterben werden und in der Zwischenzeit leben wir unser Leben. Wir haben uns damit zufrieden gegeben, dass dieses Leben Höhen und Tiefen haben wird – wir werden gute und schlechte Zeiten haben. Wenn also jemand, den wir kennen, eine schlechte Zeit durchmacht, zeigen wir oft unsere Anteilnahme dadurch, dass wir beteuern, „es“ werde alles gut werden, und in diesem Moment erinnern wir ihn und uns selbst, dass wir “es” sind und das “es” gut ist.”Es” ist immer vollkommen in Ordnung – für “es” ist es nicht möglich, etwas anderes zu sein als “das”.

Tat Twam Asi, wie auch Aham Bramasmi, ist eines der mahavakyas oder großen Deutungen der Veden. Die Essenz der vedischen Philosophie, die allen yogischen Lehren zu Grunde liegt, kann folgendermaßen zusammengefasst werden: das höchste Selbst und das individuelle selbst sind identisch. Tat Twam Asi ist die letzte Lektion der Upanischaden. Diese drei Wörter, oft übersetzt als “Das bist Du”oder “Du bist Das”, beinhalten die kompletten philosophischen Lehren von Vedanta. Wenn man diese drei Wörter zu jemandem sagt, können sie ein Segen sein: Tat Twam Asi – Du bist Das, Du bist das Selbst, Du bist göttlich. Ja, Das ist es! – und damit wird alles gut werden.

— Sharon Gannon

  Deutsche Übersetzung © Jivamukti Berlin GmbH; englische Originalfassung unter http://www.jivamuktiyoga.com/teachings/focus-of-the-month/p/that’s it

Translation by – Jivamukti Berlin GmbH Team