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Jivamukti Focus of the Month

Krishnas Göttliche Qualitäten

Om Namo Bhagavate Vāsudevāya

Gegrüßt sei Vāsudeva, derjenigen, der mit allen göttlichen Tugenden erfüllt ist und der die Befreiung gewährt

Ekadashaksara Mantra, from the Jivamukti Chant Book

Audio by Andrea Kwiatkowski

Krishna, der als der Allanziehende bekannt ist, ist ein Avatar des Gottes Vishnu. Ein Avatar steigt aus eigenem Willen vom spirituellen ins materielle Universum herab. Vishnu ist der Bewahrer des Lebens und bringt Gleichgewicht in die Welt, wenn diese es benötigt. Er ist unter tausenden Namen bekannt, die uns alle helfen sollen, Gott und unsere Verbindung zu ihm zu erinnern. Wenn wir uns mit ihm verbinden, bringen wir etwas wieder zusammen oder wie Shri Brahmananda Sarasvati sagte: „Wir sind in einem Zustand, in dem wir nichts vermissen“. Das ist Yoga.  

Das Wort namo (namaḥ) bedeutet Gruß, bhagavate bedeutet „an/zu Gott“ oder dem Göttlichen, Vāsudevaya ist ein anderer Name Krishnas. Vasudeva (mit einem kurzen „a“ ) war Krishnas Vater. In der Bhagavad Gita, nennt Arjnua Krishna mehrere Male Vāsudeva. Vasu bedeutet Leben und deva Gott oder Licht. Vāsudeva bedeutet also das Höchste/Göttliche, das allem Leben innewohnt. 

Krishna sagt, wenn man seinen Namen mit Herz und Seele singt, wird er dieser Anrufung antworten. Dieses Mantra ist als Mukti- , also Befreiungsmantra bekannt. Wie alle Mantras wirkt es wie ein Zauberspruch oder eine Formel für spirituelle Befreiung. Krishna hat den großartigen Plan, uns wieder nach Hause zu bringen. Er will, dass wir uns wieder an die Kunst des Nicht-Vergessens erinnern. Wenn wir geboren werden, erinnern wir uns noch an unsere göttliche Natur, aber im Laufe unseres Lebens vergessen wir, wer wir wirklich sind und wo wir herkommen. In alten Lehren heißt es, dass wir drei göttliche Segen bei der Geburt in diesen Körper bekommen haben: Der erste ist Gott zu erinnern, der zweite seinen Willen durch uns hindurch strömen zu lassen und der dritte unseren Weg zurück zu ihm nach Hause zu finden. „Lass mich zu einem Instrument für seinen Willen werden, nicht mein sondern sein Wille geschehe“ ist eine Erinnerung an diese drei Segen.

Das Wort bhagavan wird in ähnlicher Weise wie das Wort  „Lord“ im Englischen oder „Herr“ im Deutschen verwandt. Jemand der als bhagavan  bezeichnet wird, hat 6 Qualitäten, die als „Bhagas“ bekannt sind: Die  erste dieser Qualitäten ist Reichtum, die unendliche Fähigkeit im spirituellen Sinne zu geben und zu teilen. Gute Beispiele dafür sind Jesus und Buddha. Kraft, im Sinne der Kraft der Liebe, und die Kraft zu dienen und zu helfen, also keine körperliche Kraft, die oft nur von kurzer Dauer ist. Dharma, eine essentielle Eigenschaft, eine Art in dieser Welt zu leben, die die Einheit allen Seins in den Vordergrund stellt. Unfreundlichkeit, Habsucht und Egoismus wären alle gegen die Idee von Dharma, bei dem es um wahre Selbst-Wahrnehmung geht. Die vierte ist Wertschätzung zu  erhalteneine Art von Respekt, der dadurch entsteht, mitfühlendes Verhalten gegenüber allem zu zeigen. Außerdem bedeutet es, dass man als weise angesehen wird.  Krishna wurde von beiden Seiten des Schlachtfelds respektiert, auch wenn er den gerechten Grund, dem er eigentlich folgte, sehr deutlich machte. Die fünfte Qualität ist Schönheit. Eine innere Schönheit, die mit der Zeit durch Freundlichkeit und Güte wächst. Die letzte der sechs Bhagas ist jñāna, Wissen. Das bedeutet nicht nur intellektuelles Wissen, sondern auch eine Art und Weise in dieser Welt zu leben, die auf erlernter Weisheit beruht. Diese sechs Qualitäten sind in jedem zu finden, der als Bhagavan bekannt ist. Trotzdem können auch wir  selbst diese Qualitäten in unserem Leben üben, um Selbst-Bewusstsein zu entwickeln, andere vor unsere eigenen Bedürfnisse zu stellen und um das Göttliche in anderen zu sehen. 

Die Bhagavad Gita beschreibt drei Yogawege, die von Krishna gelehrt werden: Karma Yoga, der Yoga des selbstlosen Handelns, Jnana Yoga, der Yoga des Wissens/des Intellekts und Bhakti Yoga, der Yoga der Hingabe und unserer persönlichen Verbindung zu Gott. Wir können die Analogie eine Fahrstuhls nutzen, der auf verschiedenen Etagen anhält, um uns auf diesen drei Yogawegen zu sehen. Man kann in die erste Etage fahren, etwas höher noch mal anhalten oder direkt ganz nach oben fahren. Bhakti Yoga wird als „direkt ganz nach oben fahren“ angesehen. Bhakti bedeutet Hingabe.   Von allen möglichen Übungen und Wegen, die Krishna  lehrt, ist Bhakti die wahre Vervollkommnung des Yogas. In  der Bhagavad Gita, Kapitel 6, Shloka 46 beschreibt er Bhakti als das Größte.

Durch die Übung von Bhakti Yoga, nämlich die Namen des Göttlichen zu singen, fangen wir an, unser Ego aufzugeben. Wir fangen an, Gott kennenzulernen und seine Präsenz in unserem Leben wieder wahrzunehmen. Dieser Prozess wird immer tiefgreifender, wenn unsere Beziehung zum Göttlichen immer intensiver wird. Hingabe ist Liebe und Liebe ist die kraftvollste Qualität in unserem Leben. Liebe ist keine Fantasie oder etwas Ausgedachtes, sie ist real. Denke zum Beispiel an die Liebe die wir für unsere Eltern, Kinder, unsere*n Partner*in oder Hund empfinden, wo wir versuchen in diesen allen den göttlichen Funken zu sehen. Um unsere persönliche sadhana, das bedeutet bewusste spirituelle Praxis zu entwickeln, können wir die Namen des Geliebten in einer persönlichen und praktischen Weise nutzen: Jeden Tag mit Dankbarkeit zu beginnen, Segenswünsche in unsere Meditation zu integrieren und die sechs Bhagas, die göttlichen Qualitäten, in jedem Wesen in unserem Leben zu sehen. Wie Sharon Gannon sagt: „Wie wir andere behandeln bestimmt, wie andere uns behandeln, wie andere uns behandeln, bestimmt wie wir uns selber sehen, wie wir uns selber sehen bestimmt, wer wir wirklich sind.“ Wenn wir uns an die Präsenz von Gott erinnern, die Kraft der Liebe, dann wird das die Qualität unseren Lebens erhöhen und uns näher zu unserem Weg nach Hause bringen.

Original aus dem Englischen: Andrea Kwiatkowski (UK)

Übersetzung: Moritz Ulrich, Jivamukti Yoga School – Peace Yoga Berlin
http://www.peaceyoga.de

Teaching Tips

  1. Begin class with the chant Om namo Bhagavate Vāsudevāya followed by Make me an instrument for thy will, not mine but thine be done, free me from anger, jealousy and fear, fill my heart with joy and compassion.
  2. Explain the Trimurti of Hindu mythology Brahma, Vishnu and Shiva – the creator, preserver and destroyer principals.
  3. Discuss the idea of an avatar, explain the ten names: Matsya the fish, Kurma the tortoise, Varaha the boar, Narasimha the lion man, Vamana the dwarf, Parashurama, Rama, Krishna, Buddha and Kalki the horseman, and the meanings.
  4. Develop one or all six of the Bhagas, qualities of a divine being. Pick one to use as an intention throughout the practice.
  5. Lead a longer meditation at start of class using the idea of “remembering the art of non-forgetting” a way to connect with the unchanging reality of our nature.
  6. Read slokha 6.47 from the Bhagavad Gita on a Bhakti yogi being the greatest of yogis.
  7. Practice the Gratitude practice from The Magic Ten and beyond book – Awakening to the way to encourage remembrance to the divine presence in our life.
  8. Read Thousand Names of Vishnu by Eknath Eswaran for other names and stories of Vishnu.
  9. Teach guided savasana as in The Magic Ten and Beyond book with a devotional theme. Using your own personal name for the divine concentrate giving your all to surrender each body part and sense of self.
  10. Play devotional music in your classes, include and teach mantras as magical spells to encourage the mind to transcend the mundane nature of the world.
  11. Use a partner exercise to look deeply into each other’s eyes and see the divine in the other being. Spend a few minutes gazing without blinking and then silently close the eyes and focus in the heart.